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Einführung in die Biofeedbacktherapie

Biofeedback ist eine Methode, die die Selbstkontrolle über körperliche Vorgänge ermöglicht. So werden etwa der Hautwiderstand, die Spannung einzelner Muskelstränge, die Hauttemperatur oder der Puls gemessen und die Werte über einen Computer zurückgemeldet. Mit dem Biofeedback-Verfahren ist es möglich, körpereigene Prozesse besser wahrzunehmen und Vorgänge zu kontrollieren, die im Allgemeinen dem Bewußtsein nicht zugänglich sind.

Viele körperliche Reaktionen sind willentlich beeinflußbar. So etwa die Skelettmuskulatur oder die willkürliche Atmung. Diese werden über den willkürlichen Teil des Nervensystems gesteuert. Andere körperliche Prozesse laufen dembegenüber völlig unbewußt ab. Diese werden über das unwillkürliche, sog. vegetative, Nervensystem gesteuert. Funktionen des vegetativen Nervensystems sind z.B. Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Verdauung, Blutzuckerspiegel und diverse Hormonausschuüttungen. Das vegetative Nervensystem braucht für die Steuerung Informationen, die es z.B. von den Sinnesorganen (sehen, hören, riechen, tasten) bekommt. So paßt sich der Körper an veränderte Bedingungen an.

 


 

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Abbildung: Wechselwirkung zwischen Mensch und seiner Umwelt. Die Umwelt bietet vielfältige Einflüsse etwa im privaten/familiären oder im beruflichen Feld. Mit seinen Sinnen - sehen, hören, tasten, riechen,schmecken - nimmt der Mensch seine Umwelt wahr. Mit seinen Gedanken schätzt er die Situation ein und bewertet sie im Hinblick auf eigene Bewältigungsstrategien. Sinne und Gedanken stehen im Zusammenhang mit seinen Körperreaktionen wie dem Blutdruck, der Atmung, Schweißproduktion, Temperatur, Verdauung, Muskelspannung. All diese Informationen führen schließlich zum Handeln.

 

 

Nicht nur Veränderungen in der Außenwelt, sondern auch psychische Prozesse führen zu körperlichen Anpassungsreaktionen. Wenn eine Situation z.B. als besonders belastend eingeschätzt oder etwa mit negativen Konsequenzen in Verbindung gebracht wird, können Gefühle wie innere Anspannung, Angst oder Ärger entstehen. Der Körper reagiert darauf mit einer erhöhten Anspannung der Muskulatur, einem erhöhten Puls, einer schnelleren Atmung oder mit vermehrter Schweißproduktion. Im Prinzip stellen solche "Streßsymptome" sehr sinnvolle und auch gesunde Reaktionen des Körpers dar und sind auch nicht als gesundheitsschädlich einzustufen. Treten diese Streßreaktionen jedoch zu intensiv oder zu häufig auf und hat der Körper nicht genügend Zei, sich zu regenerieren, "herunterzukommen", können die Spannungen chronifizieren und zu unterschiedlichsten Beschwerden führen (Kopfschmerz, Schlafstörungen, Angstzustände usw.).

Biofeedback-Sitzungen verschaffen direkt Informationen über die körperliche Reaktionen, die in einem Zusammenhang mit diesen Beschwerden stehen. Die Meßwerte lassen Streßmuster erkennen und verändern. Biofeedback ist also eine sehr fokussierte Behandlung, die direkt an den körperlichen Wirkungen ansetzt. Das Kennenlernen der eigenen körperlichen Reaktionen verbessert nachhaltig die Selbst-Wahrnehmung und eröffnet gute Möglichkeiten zur positiven Einflußnahme auf körperliche und kognitive Prozesse.